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100 Sätze, die nur Eltern sagen

Zielgruppe

Groß­el­tern

Anzahl Personen

8 bis 16 Personen

Bezug zu Werten und Wertebildung

Gemein­sam­kei­ten und Unter­schiede in der Wer­teo­ri­en­tie­rung zwi­schen den Gene­ra­tio­nen bewusst und erleb­bar machen.

Arbeitsweise / Stichworte

Asso­zia­tion, Brain­stor­ming, intui­tiv wäh­len, Aus­tausch, Reflexion

Zusatzqualifikation nötig? Wenn ja - welche?

Für die Durch­füh­rung eines Groß­el­tern­kur­ses ist die Qua­li­fi­ka­tion zur/zum Großelternkursleiterin/Großeltern­kursleiter “Starke Groß­el­tern – Starke Kin­der®” (Deut­scher Kin­der­schutz­bund, DKSB) erforderlich.

Methode
Materialien
  • DIN A4 Bögen
  • Dicke Stifte in der Anzahl der Teilnehmenden
  • Zita­te­samm­lung: 100 Sätze, die nur Eltern sagen aus: Bri­gitte Heft 20/2002, Dos­sier Die Macht der Eltern
  • Pla­kat Großelternkurs
Zeitbedarf

20 bis 30 Minu­ten, je nach Anzahl der Teilnehmenden

Kosten
Ablauf / wesentliche Inhalte

Groß­el­tern heute neh­men häu­fig einen viel deut­li­che­ren Wer­te­wan­del zwi­schen sich und ihrer Eltern­ge­ne­ra­tion wahr als zwi­schen ihnen und ihren Kin­dern als Eltern.

Hier geht es darum, Leis­tun­gen im gesell­schaft­li­chen Wer­te­wan­del wahr­zu­neh­men und zu wür­di­gen. Freude und Lei­den, die man bei den eige­nen Eltern erfah­ren hat, kön­nen ange­spro­chen wer­den. Die eigene Erzie­hungs­leis­tung und die heu­ti­gen per­sön­li­chen Wert­hal­tun­gen gewin­nen dadurch an Tiefe und Kon­tur. Die vor­ge­ge­be­nen Sätze zur Ein­stim­mung set­zen einen leich­ten und humor­vol­len Rah­men, der es erlaubt, sich spie­le­risch und asso­zia­tiv dem Thema zu nähern.

Runde 1 (im Ple­num)
Die Kurs­lei­tung liest etwa fünf bis sie­ben aus­ge­wählte Sätze aus der Samm­lung “100 Sätze, die nur Eltern sagen” vor. Die Teil­neh­men­den wer­den gebe­ten, Sätze, die sie aus ihrem eige­nen Eltern­haus ken­nen, mit dicken Stif­ten auf DIN A4 Bögen zu schrei­ben und in die Mitte auf den Boden zu legen. Sie wer­den auf­ge­for­dert, sich alle Sätze durch­zu­le­sen und sich zu dem Satz zu stel­len, von dem sie sich am meis­ten ange­spro­chen füh­len. Es darf auch ein Satz sein, den eine andere Per­son auf­ge­schrie­ben hat.

Aus­tausch im Stuhl­kreis unter der Frage: “Wel­che Werte ste­hen für mich hin­ter die­sem Zitat?”

Runde 2: Platz– und Per­spek­ti­ven­wech­sel
Die Teil­neh­men­den arbei­ten an der Frage: “Wel­chen Satz wür­den wohl Ihre Kin­der nen­nen, der typisch für Sie als Eltern war?” Die gesam­mel­ten Sätze wer­den auf Flip­charts notiert. Abschlie­ßende Diskussion/Auswertung unter den Fra­ge­stel­lun­gen: “Was haben Sie anders gemacht als Ihre Eltern?” “Wel­chen Wer­te­wan­del sehen Sie darin?”

Die erste und zweite Runde erlaubt den Groß­el­tern, ganz im Rah­men ihrer eige­nen Erfah­run­gen zu blei­ben und auf ihre per­sön­li­chen Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Wer­ten zurück­zu­bli­cken. Das hat einen Wert an sich. Der Bezug zur gegen­wär­ti­gen Erzie­hungs­fra­gen in der Enkel­fa­mi­lie kann impli­zit bleiben.

Einen ent­spre­chen­den Zeit­rah­men vor­aus­ge­setzt, kann eine dritte Runde ange­schlos­sen wer­den, um auch die Erzie­hungs­er­fah­run­gen der drit­ten Gene­ra­tion, also der Enkel, prä­sent zu machen. Diese Runde hat eine deut­lich andere Erfah­rungs­qua­li­tät. Denn wenn es um die Sätze, die nur Eltern sagen aus der Per­spek­tive der Enkel geht, sind die Groß­el­tern, anders als in den vor­an­ge­gan­ge­nen Run­den, nur Beob­ach­ter. Diese unter­schied­li­che Qua­li­tät sollte von der Kurs­lei­tung gewür­digt wer­den. Dann bie­tet die dritte Runde eine gute Chance, das Erzie­hungs­han­deln der Kin­der und Schwie­ger­kin­der im Zusam­men­hang der eige­nen Fami­li­en­ge­schichte und des gesell­schaft­li­chen Wer­te­wan­dels zu sehen und kann einen guten Impuls für klare Stand­punkte und Tole­ranz setzen.

Vari­ante
Die Übung kann mit einer drit­ten Runde unter der Fra­ge­stel­lung: “Wel­che Sätze wür­den meine Enkel­kin­der wohl nen­nen?” fort­ge­setzt wer­den. Im Anschluss daran kann dis­ku­tiert wer­den, was die Teil­neh­men­den glau­ben, wel­che The­men ihren Kin­dern und Schwie­ger­kin­dern heute in der Erzie­hung wich­tig sind.

Literaturempfehlungen

Aktu­elle öffent­li­che Dis­kus­sio­nen von Erzie­hungs­fra­gen und zum Wer­te­wan­del sowie das Recht auf gewalt­freie Erzie­hung als his­to­risch noch jun­ges Recht, dass sich erst lang­sam in der gesell­schaft­li­chen Pra­xis durch­setzt, bil­den den Hin­ter­grund die­ses Angebots.

Honkanen-Schoberth, Paula: Starke Kin­der brau­chen starke Eltern. Der Eltern­kurs des Deut­schen Kin­der­schutz­bun­des, Stutt­gart 2002

Lämmle,Brigitte/Wünsche, Gabriele: Fami­li­en­bande. So gewin­nen Sie Raum für leben­dige Part­ner­schaft, glück­li­che Fami­lie, gesunde Bezie­hun­gen, Mün­chen 1999

Schulz von­Thun, Frie­de­mann: Mit­ein­an­der reden 2. Stile, Werte und Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung, Rein­bek bei Ham­burg 1990

Ver­band allein­ste­hen­der Müt­ter und Väter LV NRW e.V. (Hrsg.): Groß­el­tern — Ruhen­der Pol in stür­mi­schen Zei­ten, Essen 2006

Tipps für die Umsetzung

Die Teil­neh­men­den müs­sen ihre Sätze so groß schrei­ben, dass man die am Boden lie­gen­den Blät­ter ste­hend gut lesen kann.

Sonstiges / Anmerkungen

Diese Refle­xi­ons­ein­heit ist Teil des Groß­el­tern­kur­ses“Starke Groß­el­tern – Starke Kin­der®”, der im Rah­men des Pro­jekts Wer­te­bil­dung in Fami­lien vom Deut­schen Kin­der­schutz­bund (DKSB) ent­wi­ckelt wurde.

Das Tool kann gut ein­ge­setzt wer­den, um in das Thema Werte einzuführen.

Ansprechpartner/Innen / Einrichtung

Pro­jekt­stand­ort Nordrhein-Westfalen
Deut­scher Kin­der­schutz­bund e.V. Bun­des­ver­band /
Deut­scher Kin­der­schutz­bund — Orts­ver­band Aachen e.V.
Kir­be­richs­ho­fer Weg 27–29
52066 Aachen
info@kinderschutzbund-aachen.de
Tele­fon 0241 — 94 99 40

Ansprech­part­ne­rin­nen:

Paula Honkanen-Schoberth (Geschäfts­füh­re­rin Bun­des­ver­band DKSB) und Lotte Jennes-Rosenthal

Das hier auf­ge­führte Ange­bot wurde erar­bei­tet von den Großelternkurstrainerinnen:

Dr. Kat­rin Hater, Tele­fon 0241 –189 10 50, bsp-aachen@online.de
Hilde Gaus, Tele­fon 069 — 97 09 01 12, gaus@hilde-gaus.de
Doro­thee Jans­sen, Tele­fon 0621 — 2 20 11,janssen.dorothee@gmail.com
Frauke Worbs, Tele­fon 04102 — 45 58 09,ahrensburg@dksb-stormarn.de