Gefördert vom:
In Kooperation mit:

Gewaltprävention im interkulturellen Kontext — In Liebe aufwachsen

Zielgruppe

Frauen/Mütter mit und ohne Migra­ti­ons­hin­ter­grund (Inter­kul­tu­ra­li­tät)

Anzahl Personen

Pla­nungs­gruppe: 4 bis 6 Frauen

Film mit Dis­kus­si­ons­reihe: ca. 15 bis 20 Frauen

Bezug zu Werten und Wertebildung

In die­sem Ange­bot geht es um Aus­tausch über Gewalt und Gewalt­er­fah­run­gen und den pro­duk­ti­ven Umgang damit in unter­schied­li­chen Kul­tur­krei­sen. Gewalt­freie Erzie­hung, Gewalt­lo­sig­keit und lie­be­vol­ler Umgang in der Fami­lie sol­len als Werte her­aus­ge­ar­bei­tet werden.

Arbeitsweise / Stichworte

Gesprä­che und Dis­kus­sio­nen in einem offe­nen Treff (Frauencafé)

Zusatzqualifikation nötig? Wenn ja - welche?

Eine Zusatz­qua­li­fi­ka­tion ist nicht erforderlich.

Methode
Materialien

Spiel­film “Die Fremde” von Feo Aladag

Zeitbedarf

Vor­be­rei­tung: ca. 3,5 Stunden

Film­vor­füh­rung mit anschlie­ßen­der Dis­kus­si­ons­reihe im Frau­en­cafe: ca. 1,5  Std. (Film) sowie ca. 3 Stun­den Dis­kus­sion (ver­teilt auf meh­rere Treffen)

Kosten
Ablauf / wesentliche Inhalte

Ziele
Ent­wick­lung von Kon­zep­ten für eine Dis­kus­si­ons­reihe im Stadt­teil durch eine Pla­nungs­gruppe von Frauen aus Ein­wan­de­rer­fa­mi­lien zum Thema Ver­mei­dung von Gewalt in der Fami­lie, um

  • Fried­vol­les Zusam­men­le­ben in der Fami­lie zu för­dern und Kin­dern zu ermög­li­chen, in Liebe aufzuwachsen
  • Gewalt als Mit­tel der Erzie­hung zu ver­nei­nen und Erzie­hung zur Gewalt­frei­heit in den Vor­der­grund zu stellen

Ablauf
Als Auf­takt­ver­an­stal­tung und Dis­kus­si­ons­grund­lage wurde im Frau­en­café der Ein­rich­tung der Film “Die Fremde” (Feo Ala­dag) gezeigt. Anschlie­ßend fan­den Dis­kus­sio­nen mit Besu­che­rin­nen (über­wie­gend Müt­ter) statt. Die Frauen, die zur Stamm­be­leg­schaft im Frau­en­café gerech­net wer­den kön­nen und die als Wort­füh­re­rin­nen oft eine bedeu­tende Rolle spie­len, wur­den früh­zei­tig in die Pla­nun­gen ein­be­zo­gen. Nach dem Film wurde die The­ma­tik im regel­mä­ßig statt­fin­den­den Frau­en­café wie­der auf­ge­grif­fen (z. B. Sen­si­bi­li­sie­rung durch Impuls­fra­gen und Dis­kus­si­ons­an­re­gun­gen) und es wur­den gemein­sam Lösungs­stra­te­gien und Mög­lich­kei­ten der Hilfe (Frau­en­haus, Jugend­amt, Fami­li­en­heb­amme, Poli­zei) erarbeitet.

Gespräch­s­im­pulse waren bspw.

  • “Wie (wer) hätte die Gewalt im Film ver­hin­dert wer­den können?”
  • “Wo gab es kul­tu­relle Grenz­über­schrei­tun­gen der Protagonisten?”

Vier Frauen aus dem Vor­be­rei­tungs­kreis mit unter­schied­li­cher reli­giö­ser Prä­gung stell­ten die Stand­punkte der Prot­ago­nis­ten her­aus und gaben Diskussionsanstöße.

Die Auf­takt­ver­an­stal­tung führte wäh­rend meh­re­rer wei­te­rer Tref­fen im Frau­en­café zu span­nen­den Dis­kus­sio­nen unter den anwe­sen­den Frauen und warf wich­tige Fra­gen auf so bspw.

  • Darf eine Frau, die in Bedräng­nis ist, ihre Fami­lie öffent­lich bloßstellen.
  • Hin­ter­fragt wurde: Ist es nicht unrea­lis­tisch, dass eine Frau, die ihren schla­gen­den Ehe­mann ver­lässt, sich bedroht füh­len muss?
  • Ist Schei­dung in isla­mi­schen Fami­lien kein Recht, wenn der Ehe­mann gewalt­tä­tig wird?
  • Betrifft die Gewalt­pro­ble­ma­tik nicht eine eher kleine Gruppe mit spe­zi­el­len Merkmalen?
  • Wel­che Hand­lungs­mög­lich­kei­ten gibt es, wenn Gewalt in Fami­lien auftaucht.

Die Frauen über­leg­ten, wel­che Mög­lich­kei­ten sie hät­ten, wenn sie in ihrem Umfeld ähnli­chen Fäl­len begeg­nen. Sie begrüß­ten Infor­ma­tio­nen über Hilfe– und Unter­stüt­zungs­an­ge­bote und wol­len sich für die wei­tere Ver­net­zung betei­lig­ter Insti­tu­tio­nen und Gesprä­che im Stadt­teil engagieren.

Literaturempfehlungen

Lite­ra­tur­liste Interkulturalität

Tipps für die Umsetzung

Uns war wich­tig, dass der Film nicht vom Team des Kifaz (sozu­sa­gen von oben) ein­ge­bracht wurde, son­dern dass eine Gruppe von vier kul­tu­rell und reli­giös unter­schied­lich ein­ge­stell­ten Frauen den Film zuerst anschaute und mit ent­schied, ob er als Dis­kus­si­ons­grund­lage für eine Reihe zur Gewalt­prä­ven­tion geeig­net erschien.

Sonstiges / Anmerkungen
Ansprechpartner/Innen / Einrichtung

Pro­jekt­stand­ort Hes­sen
Fami­li­en­Ge­sund­heits­Zen­trum Neu­hof­straße e.V., Frankfurt/Main
Neu­hof­straße 32 H
60318 Frankfurt/Main
info@fgzn.de
Tele­fon 069 – 59 17 00

Ansprech­part­ne­rin:

Thea Vogel und Bri­gitte Peterka