Erlebnis-Pädagogik
„Erlebnispädagogik ist eine Methode, die Personen und Gruppen zum Handeln bringt mit allen Implikationen und Konsequenzen bei möglichst hoher Echtheit von Aufgabe und Situation in einem Umfeld, das experimentierendes Handeln erlaubt, sicher ist und den notwendigen Ernstcharakter besitzt“ (Hufenus zit. n. Galuske 2009, S. 244).
Basierend auf der Definition von Hufenus arbeitet Galuske als
Hauptmerkmale von Erlebnispädagogik heraus:
- Handlungsorientierung und Ganzheitlichkeit: Es geht in Abgrenzung zu theoretischen Lernarrangements immer um eine Aufgabe, die Handeln erfordert, wobei der Lernprozess alle Sinne ansprechen soll.
- Lernen in Situationen mit Ernstcharakter: „...es müssen solche Lernsituationen gefunden werden, die quasi für sich selbst sprechen, deren Charakter so beschaffen ist, dass Aufgaben und Anforderungsstruktur sich quasi natürlich als Sachzwang der Situation ergeben“ (S. 244).
- Gruppe als Lerngemeinschaft: Erlebnispädagogik will insbesondere soziale Kompetenzen fördern, indem Lernsituationen geschaffen werden, die nur gemeinsam lösbar sind.
- Erlebnischarakter: Lernen in außergewöhnlichen Situationen in Distanz zum Alltag.
- Pädagogisches Arrangement: Erlebnisse werden pädagogisch geplant und arrangiert.
Lernziele: Sachliche, individuelle, soziale und ökologische,
wobei die sozialen Lernziele zentral sind (Kooperation, eigene
Ressourcen und Grenzen, Gefühle etc.).
Zentrale Kritikpunkte
sind bspw. die Frage, ob die in außeralltäglichen Situationen erworbenen
Lernerfahrungen auf den Alltag übertragen werden können und die
Tatsache, dass sich Erlebnisse und Effekte nicht oder nur begrenzt
pädagogisieren lassen.
Basis: Galuske, Michael: Methoden der
Sozialen Arbeit. Eine Einführung, Weinheim und München 2009, S. 241 –
251.
Während bei der Erlebnispädagogik das Erleben im Vordergrund
steht, fokussiert Naturpädagogik mehr darauf, Natur spielerisch,
kreativ und mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Die Beteiligten sollen
sich selbst in der Natur und als Teil der Natur erleben, bspw. durch
Bestimmung von Pflanzen und Tieren, Landart und Wanderungen. Konzepte
der Umweltbildung stellen hingegen mehr Fragen des Umgangs mit der
Umwelt, nachhaltiger Entwicklung und dem Einsatz von Ressourcen in den
Mittelpunkt
